06.06.13  Kolumne  Metalle  Öl  Soft Commodities 

Minenkonzerne schaffen sich eigenen Superzyklus - Kosteninflation belastet

(shareribs.com) London 06.06.13 - Die globalen Minenkonzerne haben im vergangenen Jahr einen erheblichen Rückgang der Gewinne verzeichnet. Die Branche ist in der Krise, da die Investoren fern bleiben und die Kosten rasant steigen. Nur höhere Rohstoffpreise könnten die Lage verbessern.

Einer Analyse von PricewaterhouseCoopers zufolge sind die Nettogewinne der globalen Minenbetreiber im vergangenen Jahr um 49 Prozent auf 68 Mrd. USD eingebrochen. Dies hat bei den Investoren zu einer Vertrauenskrise geführt, nachdem diese zuvor sehr verwöhnt waren. Laut PwC sind die ersten vier Monate des Jahres schwieriger gewesen als jemals zuvor in den vergangenen zehn Jahren, die Bewertungen der größten 40 Unternehmen sind um 220 Mrd. USD bzw. 18 Prozent zurückgegangen.

Die Unternehmen haben angefangen zu reagieren und teilweise ihre Vorstände ausgetauscht, was aber bisher keine Verbesserungen nach sich gezogen hat. Zumal an die neuen CEOs Erwartungen gestellt werden, die diese kaum erfüllen können. Die Investoren fürchten einen weiteren Anstieg der Kosten, einen weiteren Rückgang der Rohstoffpreise und eine zunehmende Verstaatlichung von Rohstoffvorkommen.

Die Betriebskosten sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktion. Die Kosteninflation lag demnach im zweistelligen Bereich. Während die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um zwei Prozent gestiegen ist, stiegen die Kosten für die Arbeiter um 13 Prozent. Weiterhin hat die Förderung von weniger erzhaltigen Minen zu einem Rückgang der Kapitalrendite um zehn Prozent auf acht Prozent geführt. Die Investoren aber verlangen höhere Renditen, die im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 38 Mrd. USD stiegen, so dass die Auszahlungsrate von 25 Prozent im Jahr 2011 auf 60 Prozent im Jahr 2012 kletterte.

Für die Unternehmen bedeutet das, dass eine Verbesserung der Produktivität und Effizienz erfolgen muss und die Steigerung der Produktion in den Hintergrund gerät. Für die Unternehmen steht nun im Vordergrund, die Ausgaben zur Steigerung der Produktion in Einklang mit den Renditen für die Aktionäre zu bringen. Deshalb könnten die Investitionen in diesem Jahr um 30 Mrd. USD auf 110 Mrd. USD gesenkt werden, so PwC.

Weiterhin erwarten die Analysten, dass die fundamentale Entwicklung der Nachfrage intakt sei. China nehme dabei die entscheidende Rolle ein. Zwar sind dort geringere Wachstumsraten zu verzeichnen, das jetzige Niveau ist dabei aber viel höher als zu Beginn der jahrelangen Rohstoffrally. Hinzu kommt, dass die Nachfrage in Wachstumsregionen wie Brasilien und Indonesien und Indien zunehme, so dass das Bild für Rohstoffe positiv ist.

PwC geht davon aus, dass die Minenbranche in Zukunft Vertrauen zurückgewinnen kann, wenn die Herausforderungen in den Griff bekommen werden.

Superzyklus nicht tot

Mit steigenden Kosten und geringeren Rohstoffpreisen wandelt sich das Bild eines ausreichend versorgten Marktes wieder. Die Investitionen der vergangenen Jahre haben zu einem Anstieg der Produktion geführt, was nun wiederum zu geringeren Preisen führt. Schon beginnen Minenbetreiber die Ausgaben zu senken, so dass in wenigen Jahren in einigen Bereichen mit erneuten Engpässen zu rechnen ist. Allein bei Kupfer müsste in jedem Jahr eine Mine von der Größe der mongolischen Oyu Tolgoi-Mine hinzukommen, allein um die steigende Nachfrage zu bedienen. Die gerade in den alten Minen sinkenden Erzgehalte bedürfen zusätzlicher neuer Kapazitäten.

Ähnlich könnten die Entwicklungen bei Agrarrohstoffen sein. Die Dürre in den USA im vergangenen Jahr hat die Preise für Sojabohnen und Mais auf ein Rekordniveau steigen lassen. Dies führte in anderen Regionen dazu, dass höhere Investitionen zu einer steigenden Produktion führten. Längerfristig rechnen die Ökonomen von OECD und FAO mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise, getrieben von einer höheren Nachfrage und weniger stark wachsenden Produktionsraten.

Die Frage nach dem Superzyklus bei Rohstoffen stellt sich für viele Investoren, die eine Fortsetzung der Rally erwarteten. Mittlerweile wird ein Rückfall der Preise auf frühere Niveaus erwartet, was angesichts der extrem gestiegenen Kosten unrealistisch ist. So sind beispielsweise bei Rohöl die Kosten für die Förderung derart gestiegen, dass das aktuelle Produktionsniveau mit geringeren Preisen kaum aufrechterhalten werden könnte. Ähnlich stellt sich die Lage bei Industriemetallen dar.

Der Goldpreis hingegen dürfte von einer erholten Weltwirtschaft belastet werden. Solange die Inflation nicht außerhalb von Vermögenswerten wie Immobilien und Aktien zu sehen ist, wird auch Gold underperformen.

Quelle: shareribs.com, Autor: (cs)

 

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